Der „Middle Manager“ in der Zange – kommt Ihnen das bekannt vor?

Und? Haben Sie geschmunzelt oder eher gequält gegrinst, als Sie dieses Foto von Ulrich Gerndt sahen, der mit seiner Foto-Serie „tiny adventures“ seine Erfahrung als Berater und Coach mit seiner Leidenschaft für Fotografie verbindet und uns heute eines seiner Lieblingsmotive vorstellt:

Der Middle-Manager in der Zange

Der „Middle Manager“ in der Zange.

[Definition: „Eine Führungskraft, die selbst Führungskräfte führt und dabei noch mehrere Führungskräfte über sich hat.]

Ein Mensch also, der von allen Seiten in die Zange genommen wird, u.a. durch: 

  • den Druck vom Top Management, das ihm gefühlt permanent und gerne parallel „Prozessverbesserungs-Initiativen“ und Change-Programme zur „Übernacht-Umsetzung“ über den Zaun wirft,
  • die Haltung der „lieben“ Kollegen im Leadership-Team, dass man selbstverständlich konstruktiv und hilfsbereit mit ihnen zusammenarbeiten, sie aber bloß nicht mit „Streber-Ideen“ überrennen soll (was sie selbst aber gerne bei anderen tun) und
  • durch die Erwartungen der eigenen Mitarbeiter, die glauben, dass man die Glaskugel in der Schublade hat und auf alles eine Antwort weiß (auch wenn man genauso ahnungslos von den Plänen des Top Managements wie der Rest der Mannschaft ist).

Quetscht ganz schön, so eine Zange mit all‘ diesen Erwartungen. Sieht man, oder?

Und zu diesem „externen Druck“ kommen gerne noch innere Konflikte, weil der klassische „Middle Manager“ (Achtung, Klischee!) oft aus der Boomer-Generation kommt und gerne von traditionellen Prinzipien wie Präsenzpflicht oder Statussymbole geprägt ist. Dumm nur, wenn man sich immer öfter u.a. mit „Digital Natives“ auseinandersetzen muss, die – natürlich überspitzt dargestellt – mit ihrer „digitalen Leichtigkeit“ und dem Ansatz, dass Arbeit v.a. sinnstiftend sein und Spaß machen soll, das eigene Selbstverständnis und jahrzehntelang gelebte Wertevorstellungen ins Wanken bringen. 

Da hängt er also in der Zange, unser Middle Manager. Und wie bitte schön soll er mit diesem Druck und seinen inneren Zwängen umgehen? Gibt es dazu auch ein Foto? 

Nein, bei aller Kunst, das kann auch Ulrich nicht abbilden. Aber er greift dafür wiederum gerne auf seine Berater-Erfahrung zurück. Und die sagt: Der erste Schritt, um mit diesem Druck umzugehen, ist sich diesen ganz bewusst einzugestehen. Und sich dann – gerne mit einem Coach oder einem anderen Sparringspartner – Klarheit darüber zu verschaffen, wie man damit umgehen will: „Welche Erwartungen sind für mich ok und welche will ich nicht erfüllen?“ Und schließlich ganz bewusste Entscheidungen zu treffen, u.a. auch dass man eben nicht alle Erwartungen erfüllen muss. Dann wird die Zange auch wieder lockerer für den „Middle Manager“ (und wir können uns in einem der nächsten Blog-Beiträge ein neues Business-Thema aus der „tiny adventures-Serie“ anschauen). 

Kontakt für die „tiny adventures“-Serie: Ulrich.Gerndt@change-factory.de (und natürlich auch bei Interesse an Coaching für „Middle Manager“).

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